Denny, Sandy
- Sängerin, Songwriterin
- 06.01.1947 - 21.04.1978
Sandy Denny, eigentlich Alexandra Elene MacLean Denny (* 6. Januar 1947 in Merton Park, London, Großbritannien; † 21. April 1978 in Wimbledon) war eine britische Sängerin und Songschreiberin. Sie war mehrmals Mitglied von Fairport Convention, Gründungsmitglied der Gruppe Fotheringay und sang bei den Strawbs sowie auf dem vierten Album von Led Zeppelin.
Sandy Denny wuchs in Wimbledon, London, auf. Während einer Ausbildung zur Krankenschwester trat sie in Clubs auf. Außerdem studierte sie an einer Kunstakademie in London. Zu ihren Vorbildern zählten damals Bob Dylan und Joni Mitchell. 1967 nahm sie zusammen mit der britischen Rockband The Strawbs ein Album auf. 1968 wurde sie probehalber in die Folkrockband Fairport Convention als Sängerin aufgenommen, wo sie Judy Dyble ersetzte. Bald schon übernahm sie die künstlerische Führung. Dies schlug sich vor allem in der Verschmelzung von alter und moderner Musik nieder. 1969 erschien Sandy Dennys selbst geschriebene Folkballade Who Knows Where the Time Goes – ihr bekanntestes Lied, das allerdings erst in der Fassung von Judy Collins einige Jahre später zum Hit wurde.
Ende 1969 verließ Sandy Denny Fairport Convention, um sich weiterzuentwickeln. Sie gründete mit anderen Musikern die kurzlebige Band Fotheringay, benannt nach einer Denny-Eigenkomposition, die erstmals auf dem Fairport Convention-Album What We Did On Our Holidays erschienen war. Fotheringhay Castle war das Schloss, auf dem Maria Stuart die letzten Monate ihres Lebens gefangen war und schließlich hingerichtet wurde. Mit Fotheringay nahm die Sängerin nur ein Album auf, bevor sie 1971 eine Solokarriere startete, die in den nächsten sechs Jahren vier Alben erbrachte. Nach Darstellung des Rundfunkjournalisten Carl-Ludwig Reichert zerbrach Fotheringay auf geschäftlichen Druck des Fairport-Managers Joe Boyd, der Denny zu einer Solokarriere drängte.
Ebenfalls 1971 bestritt Sandy Denny auf dem Album Led Zeppelin IV zusammen mit Robert Plant den Gesangspart der Rockballade The Battle of Evermore. Außerdem arbeitete sie als Session-Sängerin für Iain Matthews und sang in einer Fassung von Tommy. 1973 heiratete Denny den früheren Gitarristen der Band Fotheringay, ihren Freund Trevor Lucas. Nach vierjähriger Pause kehrte sie zu Fairport Convention zurück, ging mit der Band auf eine Welttournee und wirkte an den Alben Fairport Live Convention und Rising for the Moon mit. Danach trennte sie sich erneut von der Gruppe, die zu einem härteren, rockorientierten Stil finden wollte. Ihr letztes Album Rendezvous erschien 1977. Trotz Mitwirkender wie Steve Winwood, Dave Mattacks, Pat Donaldson und Richard Thompson vermittelte es nach Reicherts Urteil insgesamt einen „eher desolaten Eindruck“ und war nicht ihr musikalisches Vermächtnis. Im Juli desselben Jahres gebar sie ihre Tochter Georgia. Im März 1978 stürzte sie von einer Treppe. Eine aus dem Unfall resultierende Hirnblutung führte dann einen Monat später zum Tod Sandy Dennys. Sie wurde auf dem Putney Vale Cemetery in London bestattet. Erst im September 2008, 30 Jahre nach Sandy Dennys Tod 1978, erschien das zweite Album Fotheringay 2. Jerry Donahue hatte es aus den Originalaufnahmen des geplanten zweiten Albums zusammengestellt.
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